Ausgabe 03/2023:
Yang Hee Yoon: Siegel des Governors der Bank of Korea (2006)
von Hermann Büchner, Berlin
Mit der kalligrafischen Arbeit von Yang Hee Yoon befindet sich ein besonderes Kleinod im Bestand der auf Kunst zum Thema Geld spezialisierten Sammlung Haupt.
Es handelt sich um das Siegel des Governor der Bank of Korea, das sich auf allen seit 2006 in Umlauf befindlichen Banknoten der Republik Korea wiederfindet.
Eine Arbeit
aus der Werkgruppe »Herbarium« von Philipp Valenta bereichert seit kurzem den
Bestand der Sammlung Haupt, in der sich schon mehrere Werke des in
Gelsenkirchen lebenden Künstlers befinden. Er nähert sich dem Thema Geld in
druckgrafischen Arbeiten und Collagen, mit Objekten sowie in Form von Aktionen und
Performances:
»Ich beschäftige mich
in meinem künstlerischen Werk mit Verhältnismäßigkeiten und Wertschöpfungsprozessen.
Definitionen von Luxus, Exklusivität und edlen Gütern sowie ihre Hinterfragung
sind Ankerpunkte meiner Arbeit.«
Die beiden
Mehrfarb-Holzschnitte von Hans Ticha verkörpern sowohl in technischer als auch
gestalterisch-inhaltlicher Hinsicht exklusive Beispiele der künstlerischen
Beschäftigung mit dem Thema Geld. Ticha
übersetzt per Bedeutungsperspektive Insignien des bundesdeutschen Währungssystems
in flächig abstrahierte Druckgrafik, die den Betrachter zum Schmunzeln und
Nachdenken anregt.
Eine neue Arbeit aus der Werkgruppe »Herbarium« von Philipp Valenta bereichert seit kurzem den
Bestand der Sammlung Haupt, in der sich schon mehrere Werke des in
Gelsenkirchen lebenden Künstlers befinden. Er nähert sich in
druckgrafischen Arbeiten und Collagen, mit Objekten sowie in Form von Aktionen
und Performances dem Thema Geld.
Die Arbeit »Ohne Titel« von Elmar Hess ist ein
Tableau aus zwei Bildern. Entstanden 2013, thematisiert es in Verbindung mit der
Sammlungsthematik Geld ein dunkles
Kapitel deutscher Geschichte anhand des Schicksals der deutschen Widerstandskämpferin
Sophie Scholl.
Die Arbeit besteht einerseits aus einem Porträt
der jungen Frau, die aufgrund ihrer Beteiligung an der Widerstandsbewegung
»Weiße Rose« und Opposition gegen die Nationalsozialisten in München am 22.
Februar 1943 zum Tode verurteilt wurde. Zum anderen zeigt die Arbeit die in
Folge des vollstreckten Urteils an die Angehörigen der Verurteilten gesandte
Kostenrechung für die Haft und Hinrichtung.
Die im Auftrag der
niederländischen Kunst Reserve Bank geschaffene Medaille entstand im Jahre 2012
als eine der ersten (nämlich als neunte von insgesamt 53) Editionen, die das im
gleichen Jahr gegründete Künstlergeld-Bankhaus in jeweils 100er Auflage
emittierte und gegen reale Währungen zum Kauf offerierte.
Der 1956 in Bonn geborene, in New York und Berlin
lebende Künstler ist vor allem durch komplexe Raum-Installationen und
Auftragswerke im öffentlichen Raum bekannt geworden sowie durch eine Vielzahl
von Ausstellungen in aller Welt. Immer wenn er seine Kreationen dem Publikum
zur Ansicht bringt, handelt es sich um weit mehr als etwa die Präsentation
vorher im Atelier entstandener Werke.
Ein Rundbild in Acryl und Glitter auf Leinwand aus der Serie »The Adventures Of Rich Uncle Pennybags« (2017 – 2019) des in der Nähe von Düsseldorf lebenden Malers Alexander C. Cornelius gehört seit kurzem zum Bestand der Sammlung. Im Zyklus greift der Künstler das Währungs-Thema in seiner globalen Tragweite auf – teils augenzwinkernd, teils bitter-sarkastisch konterkariert mit tradierten und modernen (Begleit)erscheinungen des ins Trudeln geratenen Finanz-Systems und dessen sozio-kulturellen Auswirkungen. In der vorgestellten Arbeit geht es mit der Kryptowährung um ein erst heutiges Thema, zu dessen Sinnbild der Bitcoin geworden ist.
Vor fast exakt 50 Jahren, am 15. August 1971, hob
US-Präsident Richard Nixon die Goldbindung des Dollars auf, wodurch der
Grundstein für das heutige Wirtschaftssystem mit seinen frei konfigurierbaren
und eben auch völlig irrationalen Wechselkursen gelegt wurde. Faktisch bedeute
dies den Verlust des Dollars als Leitwährung unter dem Aspekt der Stabilität.
WP Eberhard Eggers stellte dem Dilemma die
bildgewordene Demontage einer der Galionsfiguren dieser nun endenden Tradition
entgegen.
Dollars« von WP Eberhard Eggers in sehr gutem Erhaltungszustand konnte einen
druckgrafische Pretiose in den Sammlungsbestand aufgenommen werden, die
Zugleich an die Aufhebung der Goldbindung des Dollars vor 50 Jahren erinnert –
und diesen bemerkenswerten wirtschaftspolitischen Vorgang quasi direkt
illustriert.
Ausgabe 2/2021
Im Mittelpunkt der aktuellen Neuvorstellung von Werken aus der Geldkunst-Sammlung Haupt stehen Motive der 21teilgen Serie »Numismatics« des australischen Künstlers Joachim Froese.
Froese wurde 1963 in Montreal geboren. Er wuchs in Deutschland auf und wanderte 1991 nach Australien aus, lebt und arbeitet als Künstler in Brisbane und Berlin. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Australien, Europa, Asien und Nordamerika gewürdigt. Er ist in diversen öffentlichen Sammlungen vertreten, u. a. der National Gallery of Australia und der National Portrait Gallery of Australia. Froese begleitet seit 2000 regelmäßig Lehraufträge und hält Gastvorlesungen an Universitäten und Fotoschulen in Australien und Europa und promovierte 2017 an der RMIT University Melbourne im Fachbereich Bildende Kunst.
Die Neuerwerbung aus der Hand des bedeutendsten
Künstlers der amerikanischen Popart Andy Warhol (1928 – 1987) gehört zu jenen
Arbeiten im Bestand der Geldkunst-Sammlung Haupt, für die Original-Banknoten den
Ausgangspunkt bilden: Künstlerinnen und Künstler haben diese übermalt,
beschriftet, zerschnitten (und in Collagen wieder zusammengesetzt) oder
gefaltet. Im Ergebnis dieser künstlerischen Aneignung sind Unikate und serielle
Blätter in kleiner Auflage entstanden, die das Ausgangsmaterial auf
spielerische, humorige und auch kritische Weise verfremden.
Beim Betreten der großen Ausstellungshalle im Berliner
Stadtteil Oberschöneweide, in der im Sommer 2018 die Ausstellung
»GELD – WAHN – SINN: Die Sammlung Haupt in den Reinbeckhallen Berlin« gezeigt
wurde, trauten Besucher ihren Augen nicht: War da an einer der Längsseiten etwa
die einige Monate vorher unter spektakulären Umständen aus dem Bode-Museum
entwendete, zwei Zentner schwere und über drei Millionen € wertvolle Münze Big Maple Leaf aufgebaut?