Stiftung&Sponsoring – Teil 28


Ausgabe 2/2021
Joachim Froese: Motive aus der »Numismatics«-Serie (2014)
von Hermann Büchner (Berlin)

Im Mittelpunkt der aktuellen Neuvorstellung von Werken aus der Geldkunst-Sammlung Haupt stehen Motive der 21teilgen Serie »Numismatics« des australischen Künstlers Joachim Froese.

Froese wurde 1963 in Montreal geboren. Er wuchs in Deutschland auf und wanderte 1991 nach Australien aus, lebt und arbeitet als Künstler in Brisbane und Berlin. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Australien, Europa, Asien und Nordamerika gewürdigt. Er ist in diversen öffentlichen Sammlungen vertreten, u. a. der National Gallery of Australia und der National Portrait Gallery of Australia. Froese begleitet seit 2000 regelmäßig Lehraufträge und hält Gastvorlesungen an Universitäten und Fotoschulen in Australien und Europa und promovierte 2017 an der RMIT University Melbourne im Fachbereich Bildende Kunst.

In Bezug auf das künstlerische Herangehen den bereits vorgestellten makrofotografischen Arbeiten von Pete Jones (Teil 6, Ausgabe 4/2017) und Ulrich Wüst (Teil 17, Ausgabe 3/2019) verwandt, besitzen die Fotografien Froeses eine besondere Ausdruckskraft, was nicht zuletzt durch deren Umsetzung in HiRes-Tintenstrahldruck auf Barytpapier, kaschiert auf Alu-Dibond, realisiert wird. Die Porträts auf den historischen Münzen aus verschiedenen Ländern und Epochen wirken in der detailbetonten fotografischen Abbildung wie antike Reliefs. Doch offenbaren diese lupengenauen Fotos auch die Gebrauchsspuren, die die Zahlungsmittel im praktischen Gebrauch erfahren haben. In den ›Porträts‹ der Geldstücke, genauer gesagt der sie zierenden Persönlichkeiten, spannt der Künstler einen enormen inhaltlichen Bogen im Spannungsverhältnis von Macht, Geld und dem geschichtlichen Wandel der damit verknüpften Werteverhältnisse.

Er sagt dazu:
»Es war Alexander der Große, der um 300 v. Chr. als erster in der Geschichte sein Porträt auf eine Münze prägen ließ um damit seinen Anspruch als Herrscher der bekannten Welt zu manifestieren. Seitdem folgten unzählige andere Köpfe, die Monarchen gehörten, Diktatoren, Politikern und Kriegshelden, aber auch Philosophen und Persönlichkeiten der Kultur. Sie alle repräsentieren noch immer die Gesellschaften, aus denen sie hervorgegangen sind. Geld war und ist ein sichtbarer Spiegel der Macht und die Abbilder auf Münzen schmiedeten nationale Identitäten rund um den Globus.


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