Stiftung&Sponsoring – Teil 33

Ausgabe 1/2022
Werner Klotz: Follow the Money
von Hermann Büchner (Berlin)

Der 1956 in Bonn geborene, in New York und Berlin
lebende Künstler ist vor allem durch komplexe Raum-Installationen und
Auftragswerke im öffentlichen Raum bekannt geworden sowie durch eine Vielzahl
von Ausstellungen in aller Welt. Immer wenn er seine Kreationen dem Publikum
zur Ansicht bringt, handelt es sich um weit mehr als etwa die Präsentation
vorher im Atelier entstandener Werke.

Der besondere Charakter seines Schaffens besteht
nicht nur in der Montage vorwiegend technoider und aus dem Kontext der
Feinmechanik stammender Elemente – wie beispielsweise Stahl- und Glasplatten,
Spiegel, optischen Linsen, Steuerungselemente, Bewegungsmelder etc. – oder auch
Kameras und Displays. Klotz setzt seine künstlerischen Ambitionen mit
ingenieurtechnischem Mitteln auch funktional um. So entstehen interaktive
plastische Objekte und auf den geschlossenen oder offenen Raum bezogene
Arrangements, die zur aktiven Mitwirkung und Aneignung nicht nur herausfordern,
sondern diese nachgerade unverzichtbar machen. »Gymnasium for the Eyes«
(übersetzt etwa »Schule für die Augen«) heißt eine zentrale Werkgruppe des
Künstlers, mit der er in 1990er Jahren begann, Sinneswahrnehmungen wie Sehen
und Hören in direkter Interaktion des Betrachters mit den Installationen zu
thematisieren.

 



Einen speziellen, auf den ersten Blick ganz
andersartigen Ansatz verfolgte Werner Klotz, als er 1983 in Feldstudien begann,
die Schleimspuren von Weinbergschnecken zu untersuchen und später ein Verfahren
zur Konservierung derselben auf Kupferplatten entwickelte. Die Arbeit »Follow
the Money«, entstanden 2011, ist ein Beispiel derart eingefangener
Bewegungsspuren. Sie steht in direktem Bezug zum Währungs-Phänomen, assembliert
mit dem wohl signifikantesten Element in Form der 1-Dollar-Note im Zentrum
einer Platte, auf der die Schnecken ihren Weg zurückgelegt haben. Reflexion vom
Umgebungslicht und Spiegelung sind dabei zwangsläufig sich ergebende Momente
der Wahrnehmung, wodurch der statische Charakter aufgebrochen wird.

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