Neu in der Sammlung: adoramus…? von Jürgen Schieferdecker


Mit der im Hochdruckverfahren auf Polyester ausgeführten Collage des Dresdner Künstlers, Architekten und Hochschullehrers Jürgen Schieferdecker wurde für die Sammlung Haupt eine – nicht nur in drucktechnischer Hinsicht – außergewöhnliche Arbeit erworben.
1978, als nach dem Entwurf der politisch Bestimmenden die Gesellschaft der DDR in ihr ›entwickeltes‹ Stadium eintreten sollte, wagte der Künstler eine hintersinnige Persiflage auf die götzengleiche Verehrung des Geldes: der ideologierelevant in Anspruch genommene, sinnträchtig auf dem ostdeutschen 100-Mark-Schein abgebildete Marx ›thront‹ gottvatergleich über einem vergleichsweise geringen Betrag in DM (West).
Wer nun wen und zu welchem Umtauschsatz des seinerzeit illegalen Geldmarktes anbetet, mag sich der (heute) amüsiert-nachdenkliche Betrachter selbst erschließen.
Bereits in den 60er Jahren setzte sich Schieferdecker in Grafiken, Assemblagen und Collagen politischen Inhalts – die unter anderem in Havanna und Tokio ausgestellt wurden – kritisch mit den gesellschaftlichen Umständen und Verwerfungen in seinem Land auseinander. Bekannt war er außerdem für seine großplastischen Objekte im architektonischen Kontext, wie z. B. der »Ulbrichtschen Kugel« (1984), vor dem Willersbau der Technischen Universität Dresden.
Auch in jüngerer Zeit sind Blätter zum Thema Geld im unverwechselbaren Collage-Stil Schieferdeckers entstanden, auf einem von ihnen wiederum Karl Marx: doch steigt er nunmehr phoenixgleich über einer Euro-Weltkugel auf….

zum Weiterlesen:
bebilderte Information (PDF) mit Vita und Statements des Künstler

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