Mehrteilige Silbergelatineprints-Arbeit von Julia Herfurth neu in der Sammlung


Die 15-teilige Arbeit »Fatma Aliye – Durchleuchtung eines türkischen 50 Lira Scheins« von Julia Herfurth, entstanden im Jahr 2012, ist seit kurzem Bestandteil der Sammlung Haupt.
Der 50-Lira-Schein ist der erste türkische Geldschein, auf dem eine Frau abgebildet ist. Er wurde 2009 mit der Währungsumstellung eingeführt und sorgte für einige Debatten. Die darauf abgebildete Frau, Fatma Aliye (1892 bis 1936), gilt als die erste weibliche Romanautorin der Türkei. Sie war die erste Frau, die Romane unter ihrem eigenen Namen veröffentlichte. Außerdem engagierte sie sich für Frauenrechte, schrieb Essays
und Kolumnen für ein Frauenmagazin.
Die heutige Republik Türkei wurde 1923 von Mustafa Kemal Atatürk gegründet. Er ist auf jedem türkischen Geldschein mehrmals abgebildet.
Durch das Durchleuchten des 50-Lira-Scheins und das Sichtbarwerden beider Seiten des Geldscheins sind Fatma Aliye und Atatürk gleichzeitig zu erkennen und stehen sich gegenüber. Das wirft die Frage danach auf, wie sich Fatma Aliye gegenüber Atatürk positioniert hat, d. h. ob sie mit seinen Ideen übereinstimmte oder nicht, ob sie eher für den Fortschritt und die von Atatürk durchgeführten Reformen steht oder für die Werte des zerfallenen Osmanischen Reichs.

Julia Herfurth legt im Frühjahr 2013 an der Bauhaus-Universität Weimar, Fakultät Gestaltung/Freie Kunst bei Prof. Norbert W. Hinterberger ihr Diplom ab, sie absolvierte
2011/12 ein Auslandssemester an der Marmara Universität, Istanbul, Türkei.

weitere Informationen:
PDF mit Informationen und Werkabbildungen

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