Neu in der Sammlung: „Der Geldkoffer“ von Karen Koltermann

Auf vielfältige Art und Weise wird das Thema „Geld“ in Videoarbeiten behandelt, von denen sich mehrere im Bestand der Sammlung befinden. Das Spektrum reicht von animierten Zeichnungen, filmischen Dokumentationen zu Kunst-Aktionen bis hin zu aufwändigen Selbstinszenierungen. Szenische bzw. dokumentarische Konzepte liegen den Filmen von Philipp Valenta, Fabian Fontain und der Bewegung NURR zugrunde.

Eine besondere Stellung nehmen hingegen die sogenannten Loops ein: zumeist kurze Videosequenzen, deren Reproduktion in mehrfacher Wiederholung, quasi als Endlosschleife erfolgt. In der Arbeit „Perpetuum Mobile“ von Esther Shalev-Gerz wird eine unendlich kreisende Münze dargestellt, die sich geräuschvoll auf scheinbar metallischem Untergrund dreht. Maks Dannecker rückt eine ratternde Geldzählmaschine in den Mittelpunkt.
In „The Kind of the Mind“ von Georg Herold ist die Hand des Künstlers zu sehen, die Daumen und Zeigefinger aneinander reibt und somit die typische Geste für Geld ausführt – der eigentlich kurze Vorgang ist im Video auf eine Spieldauer von 30 Minuten multipliziert.

Einen auf wesentlich mehr Aktion gerichteten Ansatz verfolgt Karen Koltermann mit ihrer Videoarbeit „Der Geldkoffer“, die 2001 entstanden ist. Nicht eine Videosequenz wird hier geloopt, sondern wir haben es mit einer Montage von Ausschnitten aus drei thematisch verbundenen Spielfilmen mit einer eigens für das Projekt gedrehten Szene zu tun, die die Künstlerin in Interaktion mit dem Mitarbeiter einer Bankfiliale zeigt. Dieser füllt ihr den leeren Koffer mit 100-DM-Banknoten.


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Beitrags-Abbildung: Karen Koltermann: Der Geldkoffer, 2001, Video, 06:51, als 30-Minuten-Loop auf VHS · Foto: Hermann Büchner / unten: Stills



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